"Vom
Unsichtbaren" - ein Kunstprojekt
Kooperation des BBK Darmstadt
mit dem
Blindenhilfswerk
Hessen
- die erste Dokumentation ist im März erschienen (s.u.)
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◉Teilnehmende Künstler:
Katrin Beger-Merla,
Gisa Hillesheimer,
Juliana Jaeger,
Brigitte Kottwitz,
Eva Leitschuh,
Ulrike Rothamel,
Gundula Schneidewind,
Martina Schoder,
Michaela Schabeck,
Traudi Schulte,
Roland Zehetmeier
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Ein großer Teil der Teilnehmer bei einer
gemeinsamen Baumpflanzaktion.
Foto: Gisa Hillesheimer
Presseinformation von Lisa Romero:
„Vom Unsichtbaren“
- Ein Kunstprojekt des Bundesverbandes Bildender Künstler
Darmstadt
(BBK) mit dem Blindenhilfswerk in Frankfurt
Der „Tag des weißen Stockes“ steht im
Zeichen des Sichtbarmachens der Wünsche und
Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen. Er wird jährlich am 15. Oktober,
innerhalb der „Woche des Sehens“ begangen und bietet eine besondere
Gelegenheit für Betroffene, ihre Thematik vielseitig an die
Öffentlichkeit zu bringen und die
sehende Welt mit der nichtsehenden vertraut zu machen.
Das Kunst-Projekt „Vom Unsichtbaren“ entstand zu Beginn
dieses Jahres als eine
Kooperation des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler
(BBK) in
Darmstadt mit dem Blindenhilfswerk. Im Mittelpunkt steht dabei die
Zusammenarbeit
blinder und sehbehinderter Menschen mit sehenden Künstlern, die
Einfühlung in die jeweils
„andere“ Welt und das gemeinsame Erschaffen von Kunstwerken. Da die
Projektidee von Anfang an auf beiden Seiten der Teilnehmer gut
aufgenommen wurde,
zählt „Vom Unsichtbaren“ bereits an die zehn künstlerische Gruppen. Erste
Ideen sollten den kreativen Prozess anregen - die Gestaltung eines
Taststocks –
„Tast-Stab in die Welt“ - war einer dieser Vorschläge: Je nach Künstler
ganz
unterschiedlich gestaltet, entsteht nun ein Ensemble von
einzigartigen Tast-Stäben oder
„Fühlern“….
Neben dieser ersten Idee entwickeln die Gruppenpartner bereits
eine Fülle eigener
Entwürfe. Die Bandbreite der Konzepte reicht dabei von Klangprojekten
über
Skulpturen bis hin zu „fühlbaren Gemälden“. Allen
Projektentwürfen gleich ist die
Teilnahme der blinden Mitglieder an der Entwicklung und Gestaltung der
Kunstwerke sowie
der Bezug zu den „unsichtbaren Elementen der Kunst“: es geht um das Fühlen,
Hören und um das „blinde“ Wahrnehmen der Welt, der Kunst, der
Kunstwerke. Dies stellt nicht nur für die sehenden Teilnehmer –
Künstlerinnen und Künstler
- eine interessante und neue Herausforderung dar - auch für die meisten
der
blinden und sehbehinderten Menschen ist die künstlerische Welt
ihres Partners ganz neues
Terrain. Das Projekt und seine Dokumentation und Präsentation wird in
der
Öffentlichkeit dabei helfen, Berührungsängste abzubauen – „Keine
Angst vor dem Raubtier
Blindheit!“ heißt denn auch eines der Kunstwerke….
Gemeinsame Unternehmungen unterstützen den kreativen Prozess. Ein
erstes Treffen
wurde beispielsweise im Frankfurter Dialogmuseum abgehalten, dessen
Führungen durch die Ausstellungsräume in völliger Dunkelheit
stattfinden. Die sehenden
Projektteilnehmer konnten bei diesem Besuch, wie auch bei einem „blinden
Frühstück“ bei Anna Courtpozanis vom Blindenhilfswerk in Frankfurt
Erfahrungen mit der Welt der blinden Menschen sammeln. Anna Courtpozanis
initiierte das Projekt mit und unterstützt und fördert die Arbeit der
Gruppe tatkräftig, nachdem
sie den Kontakt zu den blinden und sehbehinderten Interessenten zu Beginn
hergestellt hat. Sie sorgt projektbegleitend für Informationen über die
vielfältigen Veröffentlichungen und Veranstaltungen aus dem Bereich der
Nicht-Sehenden.
All das bietet gute Voraussetzungen für Künstlerische Arbeiten,
die nicht im stummen Prozess
eines Einzelnen entstehen, sondern die vielmehr aus der Inspiration und den
Vorstellungen vieler - und vor allem sehr unterschiedlicher - Menschen
und aus
dem Austausch miteinander geschaffen werden. Letztlich zu
erwarten sind
Kunstwerke, die aufrütteln, zum Nachdenken anregen aber auch Spaß machen
und
die vor allem von sehenden wie auch von nichtsehenden Menschen
wahrgenommen
und verstanden werden können.
Für Interessierte bietet sich schon in diesem Jahr die
Möglichkeit, erste Ergebnisse aus dem
Projekt auf sich wirken zu lassen: Der „Tag der Behinderung“ Anfang Dezember
soll Anlass für eine erste Präsentation der bis dahin entstandenen
Kunstwerke sein. Die Hauptausstellung aller entwickelten Kunstwerke wird
dann, gestützt
von einer Dokumentation des Projektverlaufs, im kommenden Jahr in
Darmstadt stattfinden.
Der Modell-Charakter des Projektes soll auf einer
Wanderausstellung weiterhin deutlich
werden und andere Gruppen und Institutionen zu ähnlichen Projekten
inspirieren.
Als Ansprechpartner und für weitere Informationen stehen die
Projektleiterin Gundula
Schneidewind sowie Traudi Schulte und Ulrike Rothamel aus dem Vorstand
des BBK gerne
zur Verfügung.
Erste Ausstellung des
Projektes: 28.09. - 12.10.2012 in der Kommunalen Galerie in Darmstadt
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